US-amerikanische Delegation zu Gast im KJF BBJZ Sankt Elisabeth

Einblick in duales Ausbildungsprogramm für junge Erwachsene mit Förderbedarfen
Neben einem angeregten Austausch mit Mitarbeitenden und Auszubildenden erhielten die US-amerikanischen Besucherinnen und Besucher Einblicke in die verschiedenen Ausbildungswerkstätten des KJF BBJZ Sankt Elisabeth. Foto: KJF Augsburg / Lisa Stark
20. Februar 2023

17 Fachleute aus der US-amerikanischen Industrie besuchten das KJF Berufsbildungs- und Jugendhilfezentrum (KJF BBJZ) Sankt Elisabeth in Augsburg, das zur Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg) gehört. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „Stronger Together – Manufacturing Workforce Missions“ („Gemeinsam stärker – Einsätze für Arbeitskräfte in der Industrie“) informierten sich in der KJF Einrichtung über die Organisation und Struktur des vielfältigen dualen Ausbildungsprogramms für junge Menschen mit Förderbedarfen. „Als Sozialunternehmen und Fachverband legen wir großen Wert auf die Vernetzung mit anderen Organisationen. Deshalb freuen wir uns sehr über das Interesse der US-amerikanischen Wirtschaftsexpertinnen und -experten an unserer Arbeit und den wertvollen Austausch“, betont Daniel Kiesel, Vorstand Soziales und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KJF Augsburg.

Berufliche Qualifizierung durch individuelle Förderung

Im KJF BBJZ Sankt Elisabeth in Augsburg lernen, leben und arbeiten junge Menschen mit Förderbedarfen in den Bereichen Lernen und emotional-sozialer Entwicklung, die in den bestehenden Regelsystemen keine Chance haben. In über 20 Ausbildungsberufen können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen hier mithilfe individueller Begleitung auf ihre Berufsausbildung vorbereitet werden, ihren Berufsabschluss erwerben und so ihren Platz in Beruf und Gesellschaft finden. „Mich begeistert vor allem der ganzheitliche Ansatz dieser Einrichtung: Anstatt einer sechswöchigen allgemeinen Einarbeitung, wie sie in den USA üblich ist, werden die jungen Erwachsenen hier individuell begleitet und gefördert“, sagte Teilnehmerin Megan Ware, Direktorin für Arbeitskräfteentwicklung des Herstellerverbands Utah. Timothy Waldo, ebenfalls Teilnehmer der Delegation und Berater für Arbeitskräfte an der Universität Tennessee, betonte: „Das BBJZ bietet den jungen Menschen einen geschützten Ort, um sicher lernen und ein eigenes Selbstvertrauen aufbauen zu können.“

Angeregter Austausch mit Auszubildenden

Hans Scheuerlein, zuständig für Ausschreibungsmanagement von Arbeitsmarktdienstleistungen, sowie Robert Neuhauser, Fachkoordinator für berufliche Inklusion bei der KJF Augsburg, gaben der Delegation einen umfassenden Einblick in die Einrichtung der KJF Augsburg. Die Besucherinnen und Besucher der US-amerikanischen Delegation erhielten vor Ort Einblicke in die verschiedenen Ausbildungswerkstätten und gingen in einen angeregten Austausch mit Mitarbeitenden und Auszubildenden. So freuten sich die Auszubildenden Pia Schneider und Verena Schünemann über das große Interesse an ihrem persönlichen Werdegang und ihrer Entwicklung. Hierbei berichtete Pia, dass sie seit ihrem Eintritt in die Maßnahme sehr an Selbstvertrauen gewonnen habe. Verena fügte hinzu, dass sie sich, nach Abschluss ihres dritten Lehrjahres, nun definitiv eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zutraue. Beide hoffen nach Abschluss ihrer Ausbildung auf einen Arbeitsplatz als Verkäuferinnen in einem Supermarkt.

Inspiration und viele neue Ideen

Gemeinsam mit dem Schulleiter Erich Miller besichtigten sie auch die Fach- und Unterrichtsräume der generalsanierten Prälat-Schilcher-Berufsschule, die zum KJF BBJZ Sankt Elisabeth gehört. „Wir bringen unseren Schülerinnen und Schülern zunächst die Praxis nahe und erklären ihnen anschließend die dazugehörige Theorie“, erläuterte Erich Miller das pädagogische Konzept. „Das fördert das Interesse und Verständnis der Lerninhalte – ganz nach dem Motto ‚von den Händen über das Herz in den Kopf‘.“ Matt Fieldmann, Leiter der Delegation, zeigte sich von dem Ansatz begeistert: „Die Gestaltung der Ausbildung und der Fokus auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler sind für uns sehr inspirierend. Wir kehren mit vielen Ideen nach Hause zurück.“ Ein besonderes Highlight für die Gäste war auch der Bio-Laden „Kraut und Rüben“, der im BBJZ angebautes Obst und Gemüse sowie regionale Bio-Produkte vertreibt, dieser stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auf großes Interesse. Beim abschließenden Kaffee wurden alle Anwesenden von Auszubildenden bewirtet. Einige Teilnehmende punkteten hierbei mit ihren guten Englischkenntnisse, sodass tolle Gespräche geführt wurden. Hier zeigte sich, dass sich die Jugendlichen sehr über das internationale Interesse an „ihrer“ Einrichtung freuten.

Die Studienreise der Delegation wurde von der Organisation „American Council on Germany“ organisiert. Ziel ist es, das transatlantische Verständnis mit Deutschland und Europa insbesondere auf wirtschaftlichen, politischen und sozialen Themenfeldern zu fördern. An der Mission nahmen Fachleute aus zwölf U.S. Bundesstaaten teil – von Staaten mit kleinen Fertigungsindustrien wie Rhode Island, Iowa und New Mexico bis hin zu Produktionszentren wie Ohio und Pennsylvania. Gefördert wird das Projekt „Stronger Together Manufacturing Workforce Missions“ durch das Transatlantik-Programm der Bundesrepublik Deutschland aus Mitteln des European Recovery Program (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Weitere Informationen zur Organisation „American Council on Germany“ finden Sie unter www.acgusa.org.

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